Strömungen

Strömungsverhältnisse:

Strömungen sind nicht einfach Wasserbewegungen, die in eine Richtung fliessen, sondern sie passen sich der Topographie an. Solange kein Hindernis im Weg ist (offenes Meer), wird das Wasser immer geradeaus fliessen. Wenn jetzt das Atoll im Wege steht, lenken die Unebenen und die Flanken der Riffkanäle das Wasser ab. So kann es sein, dass man zwar zu Beginn genüsslich mit der Strömung treibt, aber auf einmal stecken bleibt oder sogar dagegen ankämpfen muss. Warum? Kanalflanken sind nicht gerade, sondern mit zahlreichen Buchten versehen. Auch ist das ganze Atoll nicht linear gebaut, sondern die Natur hat es willkürlich geformt. Die Strömungen sind also schon durch das ganze Atoll abgelenkt worden. Sobald nun das Wasser durch die Kanäle ins Innere des Atolls gesogen wird, beginnen sich riesige Wirbel zu bilden, die wir als Taucher nicht wahrnehmen, sondern in der Form, wie oben beschrieben. In den Buchten wird das Wasser abgeleitet. Dadurch entsteht das Widerwasser, was wir als Taucher als Gegenströmung wahrnehmen. Umso stärkerdie Hauptströmung ist, desto stärker kann sich das Widerwasser auswirken.

Wie entstehen Strömungen:

Einerseits ist die Erdrotation für die Strömung verantwortlich, andererseits der Einfluss des Mondstandes  zur Erde und der Sonne. Dieser verstärkt die Zu- und Abnahme der Gezeiten. Der indische Ozean ist auch beeinflusst durch die Monsunwinde. Im Europäischen Winter herrscht im Indik der Ostmonsun vor. Während dieser Zeit drückt der Ozean vor allem von Osten her auf die Malediven. Der Wind kann die Strömungen nachhaltig beeinflussen und auch die Intensität der Strömungen bestimmen. Wenn über mehrere Tage hinweg ein starker Wind vorherrscht und dazu noch Voll- oder Neumond ist, wird auch die Intensität stark zunehmen. Beim Westmonsun ist es genau umgekehrt,  und die Hauptströmungen kommen tendenziell  aus westlicher Richtung.

Viele Einflüsse tragen dazu bei, wie sich die Strömungsverhältnisse auswirken. Viele Taucher denken immer wieder, dass wenn an einem Tauchplatz eine starke Strömung war, es am selben Platz immer diese Strömung gibt. Dem ist nicht so. An diesem Platz kann an einem anderen Tag überhaupt keine Strömung mehr sein. Die Gezeitenhöhepunkte verschieben sich pro Tag um ca. 45 Minuten. Das heisst, dass bei Ebbe und bei Flut die stärksten Strömungen zu erwarten sind, während dazwischen die Intensität nicht ganz so stark ist. Immer in Kombination zum Wind.

Wenn jetzt in einem Kanal zum Beispiel südlich  der Insel starke Strömung herrscht, wird nördlich davon die gleiche Strömung zur gleichen Zeit herrschen.

Die Strömungsbedingungen sind aber von Ort zu Ort verschieden, da das eine Gebiet eine eher flache, geradlinige Topographie aufweist und die andere mit Buchten und sonstigen Unebenen gesegnet ist. Im Letzteren sind die Strömungsverhältnisse sicherlich schwieriger als im erstgenannten.

Durch diese Unebenen können sogar Aufwärts- und Abwärtströmungen entstehen. Wenn Ihr auf Fächerkorallen stosst, schaut einmal, wie sich ihr Blatt ausgerichtet hat. Ihr könnt daran erkennen, wie die Strömungsrichtung mit der grössten Intensität ist. Zum Teil sind sie quer gerichtet. Das deutet darauf hin, dass hier die Strömung hauptsächlich von oben nach unten saust oder umgekehrt. 

Generell: Wo sich bestimmte Tierarten aufhalten, bestimmt zu einem grossen Teil die Strömung. Näheres hierzu auf der Seite Tierwelt.

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